Künstliche Befruchtung

Die künstliche Befruchtung (Insemination) ist eine Option für Paare, die eigene gemeinsame Kinder gar nicht oder nicht auf natürlichem Wege bekommen können. Je nach Situation können Sie die folgenden drei Hauptfälle unterscheiden:

 

Homologe Insemination

Ein verschiedengeschlechtliches Paar ist verheiratet und beide Ehepartner sind zeugungsfähig. Dennoch kann das Paar auf natürlichem Wege keine gemeinsamen Kinder bekommen. Es erfolgt eine künstliche Befruchtung der Eizelle der Ehefrau mit dem Samen des Ehemannes.

 

Quasi-homologe Insemination

Die quasi-homologe Insemination unterscheidet sich von der homologen Insemination allein dadurch, dass das verschiedengeschlechtliche Paar nicht verheiratet ist. Es besteht jedoch eine verfestigte Lebensgemeinschaft . Auch hier sind beide Partner zegungsfähig und können dennoch auf natürlichem Wege keine gemeinsamen Kinder bekommen. Es erfolgt eine künstliche Befruchtung der Eizelle der Partnerin mit dem Samen des Partners.

 

Heterologe Insemination

Bei der heterologen Insemination handelt es sich entweder um ein Ehepaar oder ein anderes Paar, das in einer verfestigten Lebensgemeinschaft lebt. Es kann sich um ein verschiedengeschlechtliches oder um ein aus zwei Frauen bestehendes Paar handeln. Die Partner können hier überhaupt keine eigenen gemeinsamen Kinder bekommen, d.h. auch nicht im Wege der homologen Insemination. Es erfolgt daher  eine künstliche Befruchtung der Eizelle der/einer (Ehe)frau mit dem Samen eines Fremdspenders.

Der Spender bleibt in der Regel zunächst anonym. Das Kind hat jedoch einen Anspruch gegen das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (bei älteren Fällen: gegen die Samenbank) die Identität des Spenders zu erfahren. Hieraus ergeben sich weitere rechtliche Folgeprobleme:

In Fällen, die nicht unter das neue Samenspenderecht (in Kraft seit dem 1. Juli 2018) fallen, kann das Kind theoretisch die Vaterschaft anfechten und dann den Samenspender auf Unterhalt in Anspruch nehmen. Hieraus ergibt sich ein Risiko für die Spender von Samen. Beide Partner müssen sich daher umfassend verpflichten, den Spender von allen etwaigen Ansprüchen freizustellen. Unter Geltung des neuen Samenspenderechts (in Kraft seit dem 1. Juli 2018) ist eine Feststellung der Vaterschaft des Samenspenders unter den Voraussetzungen des § 1600d Abs. 4 BGB hingegen ausgeschlossen. Im Rahmen einer offiziellen Samenspende, an der eine Samenbank und eine ärztliche Einrichtung beteiligt sind, muss der Spender nunmehr nicht mehr befürchten, später auf Unterhalt in Anspruch genommen zu werden.

 

Vereinbarungen zur künstlichen Befruchtung

Deutsche Ärzte verlangen aufgrund ihrer Standes-Richtlinien notarielle beurkundete Erklärungen und Vereinbarungen, bevor sie Methoden der assisstierten Reproduktion anwenden. Dies erscheint auch sinnvoll, damit die Beteiligten umfassend über die rechtlichen Folgen Bescheid wissen. Je nach Fall sind in einer entsprechenden Urkunde verschiedene Fragen in kindschafts-, erb-, familien-, sorge- und unterhaltsrechtlicher Hinsicht zu regeln oder zu erörtern.

 

Wenn Sie eine  Vereinbarung zur künstlichen Befruchtung (Insemination) treffen wollen, teilen Sie uns bitte folgende Informationen mit:

  • Handelt es sich um eine homologe Insemination (Verwendung von Samen des Partners) oder um eine heterologe Insemination (Verwendung von Samen eines Fremdspenders)?
  • Ihren Namen, Ihre Anschrift, Ihr Geburtsdatum, Ihre Telefonnummer
  • Name Ihrer Partnerin / Ihres Partners, deren/dessen Anschrift und Geburtsdatum
  • Falls Sie verheiratet sind: Datum der Eheschließung
  • Falls Sie nicht verheiratet sind: Seit wann leben Sie in einer festen Lebensgemeinschaft? Seit wann haben Sie einen gemeinsamen Haushalt begründet?
  • Name und Anschrift der Arztpraxis
  • Name des behandelnden Arztes / Ihres Ansprechpartners