Erbscheinsantrag

Wenn ein Angehöriger oder eine Ihnen sonst nahestehende Person verstorben ist, benötigen Sie zum Nachweis der Erbfolge möglicherweise einen Erbschein. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Erblasser kein Testament und keinen Erbvertrag hinterlassen hat. Dann verlangen insbesondere die Grundbuchämter und Banken einen Nachweis durch Erbschein, wer Erbe des Verstorbenen geworden ist. Erst dann berichtigen Sie das Grundbuch bzw. gewähren Zugriff auf das Kontoguthaben.

Einen Erbschein benötigen Sie hingegen in der Regel nicht, wenn der Erblasser ein notarielles Testament oder einen notariellen Erbvertrag hinterlassen hat. Denn eine solche notarielle Urkunde belegt die Erbfolge in gleicher Weise wie ein Erbschein. Hat der Erblasser hingegen nur ein selbst geschriebenes Testament hinterlassen, so kann dies als Nachweis gegenüber Banken genügen, wenn es eindeutig ist. Dies hat der Bundesgerichtshof im Jahre 2016 entschieden (BGH, Urteil vom 5. April 2016 – Aktenzeichen XI RZ 440/15). Dies gilt jedoch nicht für das Grundbuchamt! Wenn der Erblasser Grundbesitz hatte, benötigen Sie zur Grundbuchberichtigung immer ein notarielles Testament oder einen notariellen Erbvertrag oder einen Erbschein.

Wer über ein Originaltestament des Erblassers verfügt, ist verpflichtet, dieses unverzüglich beim Nachlassgericht abzuliefern. Zuständig ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte, wo er also seinen Lebensmittelpunkt hatte.

 

Wenn Sie einen Erbschein benötigen, teilen Sie uns hierzu bitte folgende Informationen mit:

Ihren Namen, Ihre Anschrift, Ihr Geburtsdatum, Ihre Telefonnummer

Name des Erblassers, Geburtsdatum, Zeitpunkt und Ort des Todes, gewöhnlicher Aufenthalt (Lebensmittelpunkt) des Erblassers im Todeszeitpunkt , Staatsangehörigkeit
> bitte hierzu die Sterbeurkunde vorlegen!

Name des Ehegatten, auch früherer Ehegatten (wenn geschieden oder verstorben), Geburtsdatum, ggf. Sterbedatum, Anschrift, Staatsangehörigkeit

Wenn Erblasser im Zeitpunkt des Todes verheiratet war: Zeitpunkt der Heirat, gewöhnlicher Aufenthalt (Lebensmittelpunkt) der Eheleute im Zeitpunkt der Heirat, Staatsangehörigkeiten im Zeitpunkt der Heirat

Namen der Kinder des Erblassers, Geburtsdaten, Anschriften

Wenn ein Kind vorverstorben: zusätzlich Todesdatum sowie ggf. Namen, Geburtsdaten, Anschriften der Kinder dieses Kindes (also der Enkel des Erblassers)

Wenn Erblasser ohne Kinder und Enkel verstorben: Namen, Geburtsdaten, Anschriften der Eltern; wenn diese vorverstorben: zusätzlich Todesdatum sowie Namen, Geburtsdaten, Anschriften der Geschwister des Erblassers; wenn auch diese vorverstorben: zusätzlich Todesdatum sowie Namen, Geburtsdaten, Anschriften der Kinder des vorverstorbenen Geschwisterkindes; ggf. Angaben zu weiter entfernten Verwandten (bitte sprechen Sie uns hierzu an!)

Sind Testamente oder Erbverträge vorhanden? Bitte in Kopie übersenden!

Hatte der Erblasser Vermögen im Ausland? Falls ja: Welche Vermögensgegenstände? In welchem Land?

Wir entwerfen dann auf dieser Basis einen Erbscheinsantrag für Sie, beraten Sie zu den weiteren Schritten und erklären Ihnen, welche Unterlagen wir noch von Ihnen benötigen.

Wenn der Erblasser keine Erben in einem Testament oder Erbvertrag eingesetzt hat, benötigen wir die Geburts- und ggf. Sterbeurkunden der Ehegatten (bei Scheidung: Scheidungsbeschluss) und der Kinder (wenn vorverstorben: der jeweiligen Enkel) des Erblassers. Wenn der Erblasser ohne Kinder und Enkel verstorben ist, benötigen wir außerdem die Geburts- und ggf. Sterbeurkunden der weiteren nächsten Verwandten (d.h. der Eltern, wenn diese vorverstorben sind: der Geschwister, soweit diese vorverstorben sind: der Nichten und Neffen, ggf. weiter entfernter Verwandter).